Tipps für den Bergschuh-Kauf

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Alpinistinnen und Alpinisten, aufgepasst! Der heißeste Hochsommer ist bald vorbei und Wanderfreunde zieht es wieder in die Berge. Wer endlich seinen Jodler vom Gipfel schmettern will, aber mit dem Alpenland auch Neuland betritt, will in einer Frage gut beraten sein: Welcher Bergschuh ist der richtige?

Je nach eigener Statur, körperlicher Fitness und persönlichen Vorhaben ist ein anderer Schuh geeignet. Wir haben die wichtigsten Unterschiede und Einsatzbereiche für euch zusammengefasst.

Gemütlich wandern – im Multifunktionschuh

Öfter mal ausgedehnt spazieren, auch bei schlechtem Wetter, und auf dem Waldweg zur Hütte hinauf stapfen: Wenn du dich in dieser Planung wiederfindest, ist ein Multifunktions-Wanderschuh die beste Wahl für dich.

Bild: Tamara Menzi / Unsplash

Wer sicher auf den Beinen ist, kommt auch im Multifunktions-Wanderschuh ganz schön weit. (Bild: Tamara Menzi / Unsplash)

Ein Allround-Wanderschuh ist der ideale Begleiter für Reisen, auf denen man viel zu Fuß unterwegs ist. Er eignet sich gut für Wanderungen auf befestigten und markierten Wegen, die zumindest geschottert oder gut ausgetreten sind. Hier muss es auch kein Stiefel sein: Ein Halbschuh genügt. Die Sohle ist profiliert, aber nicht extradick und somit ist der Schuh auch leichter als ein fester Wanderstiefel.

Bild: Chris Montgomery / Unsplash

Alte Freunde: Kurz vor dem „Zerfall“ passt ein Wanderschuh einfach am besten. (Bild: Chris Montgomery / Unsplash)

Gut zu Fuß in allen Höhen – im Wanderstiefel

Wer schon etwas weiter ins Hochgebirge vordringt und dabei möglicherweise auch auf unbefestigten Wegen wandert, braucht schon etwas stabileres Schuhwerk. Wanderstiefel sind über knöchelhoch und bieten somit deutlich besseren Halt als ein Halbschuh. Sie haben meist eine feste, vorgewölbte Sohle, die Trittsicherheit auch auf abfallendem Gelände bietet und die Fußsohle vor spitzen Steinen oder aufragenden Wurzeln schützt.

Tipp: Eine Schnellschnürung mit Zugprinzip erleichtert das rasche An- und Ausziehen. Um Ausflüge bei jedem Wetter mit trockenen Füßen zu überstehen, solltest du zu Gore-Tex-Material greifen. Leder ist zwar eine Zeit lang wasserabweisend, aber einem länger andauernden Marsch durch feuchtes Gras hält es auch nicht ewig stand.

Sicher auf jedem Gelände – im Trekkingschuh

Bild: Amanda Sandlin / Unsplash

Stabil und standfest: der Trekkingschuh. (Bild: Amanda Sandlin / Unsplash)

Planst du eine wirklich ambitionierte Tour auf möglicherweise rutschigem oder bröckeligem Untergrund, solltest du zum Trekkingschuh greifen. Dieser ist auch Muss für Mehrtagestouren: Speziell, wenn man mit Rucksack unterwegs ist, ist maximale Trittsicherheit essentiell. Ein Trekkingschuh reicht bis zum unteren Ende der Wade und ist sowohl im Schaft, als auch in der Sohle sehr steif. So bietet er guten Halt und verhindert Umknicken auch bei großer Belastung. Trekkingschuhe sind sehr massiv und haben ein hohes Eigengewicht, was vor allem zierliche Trägerinnen beim Kauf beachten sollten.

Durch Schnee und Eis – im Alpinstiefel

Der Alpinstiefel ist etwas für wirkliche Bergfexe. Dieser massive, ausgesprochen robuste Wanderschuh ist steigeisenfest, bewährt sich also auch bei Bergtouren über Gletscher, für Eisklettern oder extreme Routen abseits markierter Wege.

Bergschuh-Kauf – Mit diesen Tipps greifst zum richtigen Schuh

  • Zeit nehmen. Die wohl wichtigste Regel für den Einkauf. Wer im Stress ist, greift schneller zu – häufig zum Falschen.
  • Am Abend einkaufen gehen. Vielleicht habt ihr es schon einmal gehört: Füße werden über den Tag tatsächlicher breiter. Bei warmen Temperaturen schwellen sie noch zusätzlich an und können schon mal eine halbe Schuhnummer mehr Platz brauchen.
    Bergschuhe - Tipps für den Kauf
  • Wandersocken zur Anprobe mitnehmen. Es nutzt wenig, wenn der Schuh über den Sneaker-Socken gut sitzt – passen muss er, wenn es wirklich auf den Berg geht. Selbst im Sommer sind dicke Wandersocken eine gute Wahl, weil sie die Reibung zwischen Schuh und Haut reduzieren. Am besten grob gestrickte Wollsocken oder spezielle Trekkingsocken zur Schuh-Anprobe mitnehmen oder, beim Online-Shopping, zuhause damit probieren.
  • Bild: Holly Mandarich / Unsplash

    Bild: Holly Mandarich / Unsplash

    Zuhause einlaufen. Ob online oder vor Ort gekauft, bevor ihr alle Etiketten abschneidet, solltet ihr neue Bergschuhe unbedingt zuhause einlaufen. Einfach mehrere Stunden damit in der Wohnung unterwegs sein und prüfen, wie sich der Schuh mit der Zeit anfühlt. Entstehen bereits nach zwei Stunden „Trockentraining“ erste Druckstellen, ist das ein Warnzeichen und ihr solltet es noch einmal mit einem größeren oder anders geschnittenen Schuh probieren.

  • Feuchtigkeit wirkt! Und zwar gegen leichtes Zwicken und Drücken eines neuen Bergschuhs. Einfach eine Zeit lang durchs nasse Gras laufen und den Schuh anschließend nicht gleich ausziehen. Vor allem Leder passt sich so viel schneller an die eigene Fußform an.

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Über den Autor

Alpenwelt Online Team

Das Alpenwelt Online Team schreibt über alles, was die bunte Welt der Trachten und der Trachtenmode bewegt. Thema ist, was das traditionelle Herz aufblühen lässt wie ein Sträußerl Edelweiß. Fragen zum Inhalt oder Anregungen für das Magazin? Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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