Ostern – Das erste Fest im Frühling

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Schluss mit Eis, Schnee und Dunkelheit: Wenn sich der Winter dem Ende zuneigt, sehnen wir uns mehr denn je nach Sonnenschein und Draußen Sein. Mit Ostern, dem ersten Fest des Frühlings, hält das Frühjahr Einzug in mitteleuropäische Breiten und beschert uns nicht nur mehr Tagesicht, sondern auch eine alljährlich aufs Neue aus dem Winterschlaf erwachende Natur.

Auch wenn Weihnachten heute in vielen Familien, aber auch im Einzelhandel stärker im Mittelpunkt steht, ist Ostern das aus religiöser Sicht bedeutendere Fest und markiert den Höhepunkt des Kirchenkalenders. Am Ostersonntag feiern Christen aus aller Welt die Auferstehung Jesu – die Bräuche und Traditionen, die sich rund um das Frühlingsfest herausgebildet haben, sind sehr vielfältig. Wir stellen in diesem Post beliebte Osterbräuche und -sitten vor und geben Tipps zu festlichen Trachtenlooks, zu Oster-Deko und Geschenken.

So wird gefeiert: Osterbräuche & Sitten aus aller Welt

Der Osterhase bringt die Eier und zum Osterfrühstück, nach dem es dann zum Osterspaziergang ins Grüne geht, wird Osterlamm oder Osterzopf gegessen? Nicht ganz: Überall auf der Welt gibt es unterschiedliche Bräuche zu Ostern. Wir haben einmal geschaut, wie andernorts Ostern gefeiert wird:

Italien: Ostern wird im großteils katholischen Italien mit Andacht gefeiert: Am Ostersonntag gibt es in vielen Gemeinden Prozessionen. Der Papst spendet bei seiner Ansprache auf dem Petersplatz in Rom den Segen „Urbi et Orbi“, den unzählige Gläubige aus aller Welt vor Ort, aber auch am Fernsehbildschirm empfangen. Die Colomba Pasquale, ein süßer Mandel-Kuchen, gehört zum traditionellen Osterfest. Die Kinder freuen sich über bunt gefüllte Geschenkeier.

Bulgarien: Hier werden Ostereier nicht gegessen, sondern geworfen – und zwar roh, vorzugsweise an Kirchenmauern oder auf Freunde und Familienmitglieder! Diese Sitte soll Glück bringen und vor Unheil schützen. Eier, die beim Werfen nicht kaputtgehen, sollen dem Werfer dem Aberglauben nach ein besonders erfolgreiches Jahr bescheren.

Ostern: Osterfeuer

Mit dem Osterfeuer wird vielerorts in Deutschland das Ende des Winters eingeläutet. © Oliver Schluenz/iStock.com

Schweden: Nicht Meister Lampe, sondern ein Küken ist es, der in Schweden die Ostereier versteckt. Gelb ist daher auch die traditionelle Farbe für die schwedische Oster-Dekoration: Mit gelben Federbüscheln und Birkenzweigen werden die schwedischen Wohnungen österlich geschmückt. Am Abend des Ostersonntags werden mit Süßigkeiten gefüllte Pappeier im Freien versteckt. Bereits am Gründonnerstag ziehen die Kinder mit Kopftüchern, langen Röcken und Besen als Osterhexen oder Osterweiber verkleidet von Tür zu Tür und bitten um süße Gaben.

Deutschland: In Norddeutschland ist der Brauch des Osterfeuers weit verbreitet, mit dem das Ende des Winters gefeiert wird. Auch das Osterreiten oder der Osterrit haben vielerorts Tradition und soll an die Verbreitung der Botschaft von der Wiederauferstehung Christis erinnern. Reiter und Pferde werden gesegnet und überbringen die frohe Kunde in die umliegenden Ortschaften ihrer Heimatgemeinde.

Weitere typische Osterbräuche im deutschsprachigen Raum

  • Das Osterwasser: Als Allheilmittel soll es vor Krankheit schützen und wird auch als Liebes- und Fruchtbarkeits-Symbol betrachtet. In vielen Orten gilt das Osterwasser-Holen als Tradition, bei der junge Frauen an einem Brunnen oder einem Fluss Wasser schöpfen und sich damit besprengen oder Waschen. Wird das Wasser auf den Angebeteten gespritzt, soll dies seine Zuneigung sichern.
  • Das Osterlamm: Traditionell geht der Osterlamm-Brauch auf das jüdische Ostern, Pessach- oder Passah-Fest, zurück, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert. In der christlichen Tradition steht das Osterlamm als „Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt“, mit dem jüdischen Opferlamm, das zu Ehren Gottes geopfert wird, in Verbindung. Es markiert zudem das Ende der Fastenzeit. Süße Biskuitlämmer, die in vielen Familien selbst gebacken werden, führen diese Tradition fort.
  • Ostermärkte: Vielerorts kann man auf bunten Ostermärkten Selbstgemachtes, regionales Kunsthandwerk oder österliche Köstlichkeiten bestaunen, probieren und erstehen.

Eier bemalen und versteckte Nester suchen, ein ausgiebiges Osterfrühstück mit bunt bemalten Eiern und Osterlamm, Osterbrot oder -zopf genießen, die Osterkerze entzünden, Osterspaziergänge im Grünen und vieles mehr gehört bei uns zu den typischen Bräuchen zu Ostern. In Österreich gibt es aber noch weitere, regionale Bräuche und Sitten, die Ostern zu einem besonderen Fest machen:

  • Steiermark: Am Karsamstag geht es für oststeirische Kinder früh zur Kirche, wo sie zu „Weihfeuerträgern“ geweiht werden. Mit Zunder und Baumschwämmen gefüllte Gluttöpfe werden mit geweihtem Feuer entzündet und von Haus zu Haus getragen, wo damit die Osterkerze entzündet wird. Früher wurde das Herdfeuer stets neu angefacht, nur am Karfreitag ließ man es bewusst ausgehen. Mit dem Weihfeuer wurde es dann neu angefacht, was dem Haus und seinen Bewohnern Segen schenken sollte.
Ostern: Stinatzer Ostereier

Tradition in Stinatz: Eier mit filigranen Gravuren. © burgenland.info

  • Burgenland: Die Stinatzer Ostereier, die bunt gefärbt und mit filigranen Gravuren versehen werden, gehören zum Osterfest in Stinatz traditionell dazu. Ursprünglich stammt die Tradition aus Kroatien.
  • Kärnten: Das Tresdorfer Kreuzziehen ist das Highlight der örtlichen Passionsspiele, die von Laiendarstellern auf die Bühne gebracht werden. Vom Gründonnerstag bis zum Ostersonntag wird die Passion Christi in Tresdorf mit vielen Details nachgespielt.
  • Salzburger Land: Beim Ölberg- bzw. Leiden-Christi-Singen halten
    Sänger und Zuhörer von Gründonnerstag bis Ostersonntag „Nachtwache“ an unterschiedlichen Stationen des Ortes.
Ostern: Widderzug

Festlich geschmückter Widder in Osttirol. © TVB Osttirol

  • Osttirol: In Virgen hat beim alljährlichen „Widderzug“ am ersten Samstag nach Ostern ein mit bunten Bändern und Blumen geschmückter Widder seinen großen Auftritt: Er wird, begleitet von einer großen Gefolgschaft, beim Bittgang von Virgen nach Obermauern geführt.
  • Niederösterreich: Katholische Mostviertler feiern rund um Ostern den so genannten „Godntag“, an dem Taufpaten (im Mostviertel „Godn“ genannt) ihre Patenkinder besuchen und ein kunstvoll geflochtenes, süßes Hefeteigkipferl im Gepäck haben, das mit einer Glücksmünze gespickt wird und zusammen mit anderen traditionellen Köstlichkeiten wie dem Osterschinken am Ostersonntag auf den österlichen Frühstückstisch kommt.

Ostern feiern in Tracht – Die besten Stylingstipps für das erste Fest im Frühling

Ostern: TrachtZu Ostern darf es ruhig ein wenig bunter werden in Sachen Tracht: Passend zum Frühjahr sind zu Ostern helle, freundliche Farben, Pastelltöne, bunte Stickereien und auch österliche Motive sind ein schönes Extra, das Dirndl, Lodenjacke, Lederhose & Co. gut zu Gesicht stehen. Spitze und leichter Strick kommen ebenso zum Tragen wie leicht glänzende Stoffe. Weiche Wildlederqualitäten, Lack-Glanz oder transparente Elemente machen Trachtenlooks frühlingsfrisch und trendy, aber auch wer es gern traditionell mag, kann sich modisch jetzt wieder an mehr Farbe und leichtere Stoffqualitäten herantasten. Akzente in kraftvollen Farben lassen sich mit Schmuck oder Accessoires wie Taschen und Tüchern setzen, Mutigere wählen eine farbenfrohe Schürze oder Bluse zum klassischen Dirndl oder setzen auf eine farbige Lederhose besonders süß in Dreiviertel- oder kurzer Länge. Zusammen mit wärmendem Strick oder Loden für Darüber, passenden Strümpfen, sexy Overknees oder Strick-Stutzen wird das Outfit Oster-tauglich, auch wenn das Wetter noch nicht ganz so frühlingshaft sein sollte. Klassisch, aber dennoch feminin: Ein Trachtenlook mit Spitzenbluse und Janker zum Dirndlrock oder einer Lederhose.

Von traditionell bis kitschig: Ideen für Ihre Oster-Deko

Natürlich schön. Zweige, Ranken und Blüten aus der Natur sind eine einfache, aber stimmungsvolle Möglichkeit, österliches Flair in Ihr Zuhause zu bringen. Knospende Zweige, geschmückt mit österlichen Holz-Figuren, Schleifen, ausgeblasenen und bemalten Eiern oder selbst gemachtem Schmuck aller Art, gehören, ebenso wie geschmückte Sträucher oder Sträuße, für viele zur Oster-Deko einfach dazu. Auch Federn, Moos, Reisig oder Heu sind schöne, natürliche Deko-Helfer, die sich in individuelle Arrangements einfügen.

Figürlich-fröhlich. Küken, Hasen, Hennen oder Eier sind die beliebtesten Motive zu Ostern, die natürlich auch als Figuren in unterschiedlichster Form, Farbe und Größe zum Einsatz kommen. Gruppieren Sie doch einfach alle Ihre Figuren zu einer bunten Oster-Gesellschaft – die Unterschiedlichkeit der „Teilnehmer“ macht den Reiz dieser Deko-Idee aus. Auch schön: Figuren zusammen mit Zweigen und frischem Grün auf dem Frühstückstisch arrangieren.

Zarte Farben. Pastelltöne sind zu Ostern eine besonders schöne Idee, denn sie machen Lust aufs Frühjahr und passen sowohl zu Schwarz, Weiß, Grau und Beige, zu Holznuancen als auch zu kräftigen Farbtönen. Servietten oder Eierwärmer in zarten Tönen machen aus einem gedeckten Tisch in Weiß im Nu eine österliche Wohlfühl-Tafel.

Oster-Geschenke, die von Herzen kommen

Für Feinschmecker: Süße Geschenke wie Schokoladen-Eier, Osterhasen oder Gebäck sind zu Ostern natürlich ganz besonders beliebt, aber auch kleine Aufmerksamkeiten aus der heimischen Küche wie ein würziges Chutney, das toll zu Hartkäse oder kaltem Braten schmeckt, ein knuspriges, selbst zusammengemischtes und geröstetes Granola-Müsli, verpackt in einem schönen Glas oder einer schmucken Dose, ein kräuterfrisches Frühlings-Pesto oder ein leckerer Likör (passend zu Ostern vielleicht ein selbstgemachter Eierlikör?) sind schöne Geschenke, die sich auch hervorragend als Mitbringsel zum Osterfrühstück oder -brunch eignen.

Für Naturliebhaber: Von saisonalen Schönheiten wie Narzissen, Hyazinthen und Tulpen bis hin zu pflegeleichten, immergrünen Mitbewohnern wie Kakteen oder Zimmerpflanzen: Blumen und Grünpflanzen sind ein sehr willkommener Gruß zu Ostern, denn gerade im Frühjahr sehnen wir uns nach frischem Grün und bunten Farben! Mit hübschem Band oder einem in Serviettentechnik österlich verzierten Übertopf wird aus einem kleinen Blumenstock oder einer Zimmerpflanze im Nu ein hübsches Präsent! Eierschalen oder -kartons, die mit Kräutern wie Kresse bepflanzt werden, sind nicht nur hübsch anzuschauen, sondern bieten auch gleichzeitig ein richtig leckeres Topping für Eiergerichte oder Salate!

Hübsch verpackt:Als kreative Verpackung für kleine Oster-Geschenke eignet sich z.B. ein individuell verzierter Eierkarton, ein Osternest gefüllt mit Stroh, Heu, Moos oder frischem Gras oder auch ein hübsches Körbchen aus Draht oder Zweigen, das in vielen Größen, Farben und Formen angeboten wird. Schon ein Schmuckband in Frühlingsfarben oder ein bunter, österlicher Anhänger macht aus einem kleinen Mitbringsel einen Hingucker!

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Über den Autor

Alpenwelt Online Team

Das Alpenwelt Online Team schreibt über alles, was die bunte Welt der Trachten und der Trachtenmode bewegt. Thema ist, was das traditionelle Herz aufblühen lässt wie ein Sträußerl Edelweiß. Fragen zum Inhalt oder Anregungen für das Magazin? Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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